Aus alt mach hübsch: Aufbereitung eines Wohnanhängers

Caravelair Brehat von 1970


"Der will doch wohl mit dieser Blechkiste nicht zu mir", war mein erster Gedanke, als der Schrottsammler mit diesem französischen Modell bei mir auf den Hof rollte ... Doch, er wollte! Die daraufhin per WhatsApp an meine Freundin geschickten Bilder lösten zu meiner Verwunderung Begeisterungsstürme aus, die ich da noch nicht teilen konnte. Mittlerweile habe auch ich ihn lieb gewonnen: Den Caravelair von 1970, luftgefedert, mit vollverzinktem Fahrgestell und Echtglasscheiben. Meine anfängliche Skepsis wich einer zunehmenden Begeisterung gegenüber den qualitativ hochwertigen Details.


Nun heißt es erst einmal durchlüften und -putzen, denn der Wagen stand lange Zeit unbenutzt im Garten. Die mit Alu-Rahmen eingefassten Glas-Fenster lassen sich dafür rundum öffnen und überzeugen mit robusten Rast-Ausstellern aus Aluminium, die selbst nach 46 Jahren keinen Verschleiß erkennen lassen.


  Auch von außen lässt sich mit einfachen Mitteln eine optische Verbesserung erreichen, wobei Wasserdruck und Auftreffwinkel wichtige Kriterien eines trockenen Innenraumes darstellen.


Dachhaubentest der speziellen Art. Normalerweise bricht der Kunststoff durch jahrzehntelange Sonneneinstrahlung spätestens bei dieser Beanspruchung in sich zusammen. Unangenehm wird es, wenn Dachhauben sich während der Fahrt nach hinten verabschieden, daher ist ein besonderer Augenmerk auf die Stabilität sinnvoll.


Einzelradaufhängung bei Wohnwagen ist schon selten. Wilk hatte in den 80er Jahren derartige Komfort-Fahrgestelle auf den Markt gebracht, aber dann doch wieder aufgrund der höheren Kosten Abstand davon genommen. Luftfederung hingegen war mir bei einem Wohnanhänger in den letzten 25 Jahren noch nie auf den Platz gerollt. Kombiniert mit dem vollverzinkten Rahmengestell spiegelt sich hier am deutlichsten der Qualitätsanspruch des französichen Herstellers wieder.


Der erste Eindruck der Radstellung wirkte hingegen, als ob der Wohnanhänger relevant überladen war. Die Schrägstellung der Felge ließ sich jedoch wie bei einem Reifenventil durch Druckluftbefüllung der Federung ausgleichen.


Der Luftbalg von 1970 wird bei einem altersbedingten Ausfall wohl nicht so einfach zu ersetzen sein, die Vorteile dieser Federung liegen aber auf der Hand: Komfortables und sichereres Fahrverhalten, die Unebenheiten der Fahrbahn werden zum Vorteil des Aufbaus besser ausgeglichen. Auch läßt sich durch einseitige Absenkung das Standniveau regulieren. Die Möglichkeit der Nieveauanpassung kann sich zudem im Hinblick auf Beladung und Fährauffahrt positiv bemerkbar machen.


Eine positive Erwähnung findet auch die Deichsel, eine interessante Mischform aus alter Zentralrohr- und zum damaligen Zeitpunkt neuer V-Deichsel, die mittels Befestigungsflansch miteinander verbunden wurden. Letztere löste in den Folgejahren bei vielen Herstellern die Zentralrohrdeichsel aufgrund höherer Fahrstabilität ab.


Unser zwischenzeitlichen Fazit: Tres sympathique,  le Caravelair Brehat!

Auf der Homepage des Herstellers lässt sich zu der Firmenhistorie übrigens folgendes finden: "Im Jahr 1962 beschließt Sud Aviation, Hersteller der Caravelle mit Sitz in Trignac, Loire-Atlantique, sich mit dem Bau von Wohnwagen zu diversifizieren. Ein Planungsbüro mit erfahrenen Designern aus dem Luftfahrtbereich bringt die ersten Caravelair-Wohnwagen auf den Markt, in denen sich Kreativität mit Originalität verbindet. Nach 50 innovationsreichen Jahren konnte sich Caravelair als französischer Marktführer bei Wohnwagen durchsetzen und bietet Ihnen Qualitäts-Wohnwagen, ..."

 

Heute steht die Abgasführung der Heizung auf unserem Zettel. Der Schornstein ist einer der neuralgischen Punkte für Undichtigkeiten, da der Dichtstoff durch die Abgashitze schneller aushärtet. Das in diesem Falle nachträglich umschmierte Silikon hat die Undichtigkeit auf Dauer nicht beseitigen können.

 

Nach Demontage des äußeren Schutzrohres stellte sich heraus, dass das innere Original-Abgasrohr überhaupt nicht in den Schornsteinstutzen geführt worden war. 

 

Stattdessen war im unteren Bereich der Abgasführung eine ungeschützte Innenrohr-Überlänge mit negativem Gefälle vorhanden. Dadurch entwickelt sich ein Abgasstau, der wiederum eine ungünstige Verbrennung verursachen kann.

 

Der neu eingedichtete Schornstein brauchte beim Verschrauben von innen einen Gegendruck. Im Kleiderschrank bot es sich daher auch aus optischen Gründen an, den Deckenbereich mit einer dünnen Sperrholzplatte auszufüllen.

 

Im Außenbereich geht es unterdessen weiter mit den überlackierten Alu-Zierleisten. Der aufgepinselte Abbeizer muß hier sechs Stunden einwirken, bevor das ursprüngliche Aluminium wieder zum Vorschein kommt.

 

Das Frühjahr lockt: Erste Probefahrt nach Lemgo 

 





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